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Nicolas Jaar – Space Is Only Noise

10.11.2011  | von Amré Ibrahim
 
Auch Elektroniker schaffen es mit einem Debütalbum selten, auf Anhieb eine Coverstory zu bekommen. Nicht so Nicolas Jaar: Der 21-jährige US-Amerikaner chilenischer Abstammung ziert nicht nur das Titelbild der Groove – er liefert mit Sicherheit auch einen ganz heißen Kandidaten auf das Album des Jahres!

Nicolas Jaar – Space Is Only Noise
Trotz des Dubstep-Hypes, der noch nicht so recht nach Deutschland schwappen will, ist es relativ still geworden in der Electronica-Szene. Zuletzt ist es Aphex Twin gewesen, der mit seinem unverwechselbaren Beat-Programming für Aufsehen über den Tellerrand der Elektronik hinaus gesorgt hat und Pioniere wie Steve Reich und Karlheinz Stockhausen zu lebhaften Disputen über seine Kompositionen angeregt hat. Aus mir unbekannten Gründen ist der ehemalige Vorzeigekünstler von Warp Records von der Bildfläche verschwunden. Anderen Szenegrößen wie Autechre oder Squarepusher fehlt es in den letzten Jahren ein wenig an Innovationskraft. Nicht, dass es in der Electronica wirklich langweilig geworden wäre – dafür sorgten alleine schon die herausragenden Veröffentlichungen von Künstlern wie Bibio, Flying Lotus oder James Blake, doch keiner von ihnen schaffte es wirklich, genreübergreifend von sich reden zu machen. Dies könnte sich mit Nicolas Jaar ändern, dessen Debüt Space Is Only Noise weit über die Grenzen der Elektronik hinaus einschlug wie eine Bombe und zum Hoffnungsträger einer jungen, (noch) wilden Produzentenlandschaft werden ließ. Sogar eingefleischte Jazzer und Krautrocker outen sich als Fans der musikgewordenen „Theorie von Raum und Zeit“, wie Nicolas Jaar sein eigenes Album beschreibt. Die Einflüsse auf Space Is Only Noise sind so vielseitig, dass man sie einem solchen Jungspund nicht zutrauen würde: Elemente der frühen Electronic Body Music sind darin genauso zu finden wie Spuren des Spätwerks von Erik Satie. Die Zeitlupenhouse-Ästhetik eines Theo Parrish paart sich mit ritueller, afrikanischer Percussion. Die harmonische Radikalität mit der er seine „Kopfhörertanzmusik“ zelebriert, findet sich auch in der Qualität der Vinylpressung wieder – Pflichtkauf!

Nicolas Jaar – Space Is Only Time
als LP, CD & Download
Spieldauer: 46:26
VÖ: Januar 2011

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