Ani DiFranco, die leidenschaftliche Entertainerin mit kritischem Anspruch, auf der Höhe ihrer Kunst! Diese CD, etwa in der Mitte ihrer nunmehr zwei Jahrzehnte umspannenden Karriere erschienen, war ihre dritte innerhalb von zwölf Monaten.
| Wiedergehört: Ani DiFranco – To The Teeth |
Anis auch zwischenmenschlich stark engagierten Platten für ihr eigenes Label merkte man früher das Handgestrickte an: Die meisten Instrumente bediente sie selber. Hier nun bietet sie ein Arsenal weiterer Spieler auf, deren Kern ihre dreiköpfige Touring Band bildete: Julie Wolf, Keyboards; Jason Mercer, Bass; Daren Hahn, Schlagzeug. Ani webte im Laufe von 72 Minuten ein heterogenes Klanggebilde wechselnder Szenarien, die sich zum akustischen Gegenstück eines amerikanischen Quilt ergänzen. Der erhebt gar nicht den Anspruch eines einheitlichen Stils, sondern stellt das gemeinschaftliche Erleben bei seiner Herstellung in den Vordergrund. Insofern waren auch die Kritiker auf dem Holzweg, die Anis CDs Unebenheit anlasteten.
Bei der Einspielung dieser Scheibe kam Ani ein Funk-Veteran wie Maceo Parker gerade recht. Der Saxofonist kannte sie vorher noch nicht einmal, aber nach den Aufnahmen ging er sogar mit auf Tournee. Maceos Beiträge passen ausgezeichnet zu dieser bläserlastigen Produktion („horn-y‟ nennt sie Ani schön zweideutig). Auch sonst verschmähte sie Elemente damals aktueller Tanzmusik durchaus nicht, denn – darin sind sich Ani und Maceo einig – das einzige, was beim Musikmachen zählt, ist die Kommunikation untereinander und mit dem Publikum. Deswegen liefert die auf Anis emotionale Wechselbäder bestens eingeschworene Band einen differenziert rockigen, doch nie einförmigen Rahmen für ein sich rückhaltlos verausgabendes Bühnentier: David Byrnes manische Intensität, aber bei vollem Körpereinsatz.
| Ani DiFranco - To The Teeth |
|---|
| Righteous Babe Records/Cooking Vinyl CD 190 (Vertrieb: Indigo) |
| Erstveröffentlichung: 1999 (weiterhin erhältlich) |
| TT: 71‘56 |










