JJ Grey bestätigt auf seinem fünften Album seinen Rang als ausgezeichneter Gitarrist und Keyboarder, versierter Songwriter und begnadeter weißer Soulsänger.
| JJ Grey & Mofro – Georgia Warhorse |
Aber die fetzigen Grooves im Stile von Shoutern wie Otis Redding und Wilson Pickett (ohne dass Grey deren Vortragsweisen imitieren würde) sitzen auch dann punktgenau, wenn man sie nicht in Memphis verorten würde; Das ohne Mätzchen auskommende Schlagzeugspiel von Anthony Cole erweist sich auf jeder einzelnen Nummer als einer der großen Pluspunkte der Platte: Der Opener „Diyo Dayo“ etwa scheint geradewegs in den Sümpfen Louisianas (oder eben Floridas) ausgebrütet worden zu sein, während das Titelstück mit seinem unnachgiebig wiederholten Motiv der Rhythmusgitarre und der frei darüber schwebenden Slide-Gitarre verdammt nach dem Südstaaten-Rock der Allman Brothers klingt.
JJ Grey, der auch ohne die nur noch der Form nach existierende Begleitband Mofro (Georgia Warhorse ist im Grunde ein Soloalbum mit Studiomusikern) rundum zu überzeugen vermag, ist dabei alles andere als ein Leichenfledderer und Imitator. Man muss ihn als einen Liebhaber sehen und darf deshalb nicht verurteilen, dass er dem, was er liebt, möglichst nahe zu kommen sucht – was ihm erstaunlich gut gelingt. Ich glaube, ich muss mir nun doch endlich die Vorgängerproduktionen Country Ghetto und Orange Blossoms besorgen, auf welche die englischsprachige Presse seinerzeit Lobeshymnen gesungen hat.
| JJ Grey & Mofro – Georgia Warhorse |
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| Spieldauer: 53 Min. |
| Alligator ALCD 4938 (Vertrieb: In-akustik) |











