Zwar konnten die Cowboy Junkies den Erfolg ihres Albums The Trinity Sessions nie mehr wiederholen. Doch etablierte sich die kanadische Band um die drei Geschwister Timmins als feste Größe melancholischer und intelligenter Befindlichkeitssongs. Ihr neues Album aber weist jetzt in eine völlig andere Richtung – und ist Auftakt zu einer 4-CD-Serie.
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| Cowboy Junkies – Renmin Park, The Nomad Series Vol. 1 |
Plötzlich war man mit einer neuen Intimität und Einfachheit konfrontiert. Inmitten einer aufgeregt lärmenden Synthetik- und Plastik-Poplandschaft stieg plötzlich ein Album zum Verkaufshit auf, das wie ein Fremdkörper wirkte. Ein einziges Mikrophon genügte den Cowboy Junkies 1988 für die Aufnahmen ihres Konzertes in der Church of the Holy Trinity in Toronto, um die konzentrierte und ätherische Atmosphäre einzufangen. Zurückhaltung, Langsamkeit, leise Töne. Die Band stellte ein klanglich wie musikalisch radikales Konzept vor, dem viele der neuen
Americana-Vertreter immer noch fleißig nacheifern. So gut die Alben der letzten Jahre auch waren – nichts kam an den Erfolg dieses Klassikers mehr heran. Die Band schien sich in ihrer Nische der gepflegt klugen Verbindung aus Folk, Country und Blues gut eingerichtet zu haben. Um so überraschender ist
Renmin Park, das mit Aufnahmen aus jenem Park beginnt, den Gitarrist und Songschreiber Michael Timmins oft besuchte, als er mit seiner Familie drei Monate in einer chinesischen Kleinstadt wohnte, aus der seine beiden adoptierten Töchter stammen. Eine einminütige Collage aus Militärmusik, fernen Stimmen und Verkehrsgeräuschen eröffnet uns den Eintritt in eine fremde Welt, von der die nachfolgenden Songs erzählen; mal klar identifizierbar, mal verschlüsselt beziehen sie sich auf Timmins Erfahrungen in diesem Land. Auf wunderbare Weise lassen die Cowboy Junkies hier chinesische Melodien in die Songs einfließen, reichern sie mit Gesprächsfetzen, Alltags- oder Naturgeräuschen an oder zitieren ganz direkt chinesisches Songmaterial. Das könnte jetzt leicht den Eindruck des Überambitionierten erwecken – aber mit einer Kunstfertigkeit, die man der Band fast schon nicht mehr zugetraut hätte, verschmelzen all die Einflüsse und Zitate zu einem wahrhaftigen Panorama, in dem Melancholie und Empörung bruchlos ineinander übergehen; wo karg instrumentierte musikalische Introspektion ganz selbstverständlich neben Club-Beats und Rocksounds stehen können. Mag sein, dass die Cowboy Junkies hier von einer fernen Welt erzählen – doch in diesen Songs ist sie uns plötzlich ganz nah.
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1 Intro 1:09 2 Renmin Park 3:58 3 Sir Francis Bacon at the Net 3:57 4 Stranger Here 3:16 5 A Few Bags of Grain 3:39 6 I Cannot Sit Sadly By Your Side 4:59 7 (You've Got to Get) A Good Heart 4:27 8 Cicadas 5:17 9 Interlude 0:47 10 My Fall 4:35 11 Little Dark Heart 4:07 12 A Walk in the Park 5:50 13 Renmin Park (Revisited) 3:14 14 Coda 0:54 |
| Gesamtspielzeit: 50:28 |
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